Keller von innen trockenlegen: Methoden und Normen 2026

Die Trockenlegung von Kellern von innen wird in Deutschland immer wichtiger, besonders bei Bestandsgebäuden. Wegen baulicher Einschränkungen oder hohen Kosten für Außenabdichtungen ist die Innenabdichtung oft die bevorzugte Lösung. Dieser Artikel informiert 2026 über Verfahren, Normen und Vorgehen.

Keller von innen trockenlegen: Methoden und Normen 2026

Bedeutung der Kellerinnenabdichtung in Deutschland

Die Abdichtung von Kellern ist ein zentrales Thema für den Erhalt der Bausubstanz und die Vermeidung von Feuchteschäden. In Deutschland sind zahlreiche ältere Gebäude betroffen, bei denen Feuchtigkeit in den Keller eindringt. Oft lässt sich eine Außenabdichtung nur mit erheblichem Aufwand realisieren, beispielsweise durch Grabungen oder Teilrückbau. Aus diesem Grund ist die Innenabdichtung eine technisch anerkannt sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung des Raumklimas und zum Schutz vor Schimmelbildung.

Ursachen für Feuchtigkeit im Keller

Feuchtigkeit im Keller kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden
  • Eindringendes Wasser durch Risse oder defekte Abdichtungen
  • Kondensation aufgrund von unzureichender Belüftung
  • Wasserschäden durch Rohrbrüche oder Versorgungsleitungen

Um die geeignete Abdichtungstechnik auszuwählen, ist vor einer Sanierung die genaue Diagnose der Feuchtigkeitsursache entscheidend.

Aktuelle Normen für Kellerabdichtung 2026

Ab 2026 gelten neue und überarbeitete Normen der Reihe DIN 18531 bis 18535, welche die Planung, Ausführung und Instandhaltung von Bauwerksabdichtungen regeln. Besonders relevant sind:

  • DIN 18531: Abdichtung von Dächern, Balkonen und ähnlichen Bauteilen
  • DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen, zu denen auch Kellerwände und -böden zählen

Diese Normen enthalten detaillierte Anforderungen an Material, Verarbeitung und Prüfung der Abdichtungen. Aufgrund ihrer Aktualisierung ist im Umgang mit Kellerabdichtungen eine Anpassung der Verfahren und Bauausführungen zu beachten, um den gesetzlichen und technischen Anforderungen in Deutschland zu entsprechen.

Verfahren zur Innenabdichtung von Kellern

Vorbereitung der Kellerwände

Vor der Abdichtung müssen zunächst alle losen Putzschichten und schadstoffbelasteten Materialien entfernt werden. Die Wände sind gründlich zu reinigen und trocken zu halten, da dies die Haftung der späteren Abdichtungsschichten beeinflusst. Eine ausreichende Belüftung der Räume während der Arbeiten ist wichtig.

Grundierung und Vorbehandlung

Auf die vorbereiteten Wände kann eine mineralische Grundierung aufgebracht werden, um die Saugfähigkeit zu regulieren. Die Menge und Art der Grundierung orientiert sich an den jeweiligen bauphysikalischen Bedingungen und Materialvorgaben.

Abdichtungsschichten

Mineralische Dichtschlämmen oder spezielle Innenabdichtungsputze werden in mehreren Schichten aufgetragen. Diese Schichten sollen das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern, während sie zugleich diffusionsoffen bleiben, um das Austrocknen der Wände zu ermöglichen.

Nachbehandlung und Feuchtemessung

Nachdem die Abdichtung aufgebracht wurde, sollte die Konstruktion durch Feuchtemessungen überwacht werden, um den Erfolg der Maßnahme zu überprüfen. In manchen Fällen wird anschließend ein Sanierputz mit speziellen hygroskopischen Eigenschaften aufgetragen, der Rücktrocknung unterstützen kann.

Physikalische und bauphysikalische Anforderungen

Die Kellerinnenabdichtung muss eine Balance zwischen Abdichtfunktion und Dampfdiffusion erfüllen. Ein komplett dichtes Material kann Feuchtigkeit einschließen und Schäden begünstigen. Daher legen die aktuellen Normen Wert auf diffusionsoffene Lösungen, die einerseits Wasser abweisen, andererseits aber Druckausgleich ermöglichen.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Bei der Planung einer Kellerinnenabdichtung können folgende typische Kostenbereiche genannt werden (ohne Gewähr, variieren je nach Region und Ausführung):

  • Basismöglichkeit: Etwa 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter – beinhaltet häufig einfache Dichtschlämmen und Grundierung
  • Standardvariante: Circa 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter – umfasst meist mehrschichtige mineralische Abdichtungen und Sanierputze
  • Hochwertige Variante: Rund 130 bis 180 Euro pro Quadratmeter – beinhaltet zusätzlich Feuchtigkeitsmessungen, spezielle Systemkomponenten und umfassende Bauwerksdiagnostik

Diese Werte dienen der Orientierung und können je nach Aufwand, Zugang und Materialwahl abweichen.

Einschränkungen und Einsatzbereiche

Es ist zu beachten, dass Innenabdichtungen nicht in allen Fällen alle Feuchtigkeitsprobleme dauerhaft beheben können. Insbesondere bei drückendem Wasser von außen gelten Außenabdichtungen gemeinhin als wirksamer. Innenabdichtungen sind jedoch bei erhöhtem Aufwand bzw. fehlender Außenzugänglichkeit eine anerkannte Technik zur Schadensbegrenzung und Sanierung.

Zusammenfassung

Die Kellerinnenabdichtung bleibt für viele Hauseigentümer und Fachkräfte in Deutschland ein wichtiges Thema. Mit den ab 2026 geltenden Normen erzielen Bauwerksabdichtungen mehr rechtliche und technische Klarheit. Werkstoffe und Verfahren sind auf diffusionsoffene Abdichtungen ausgerichtet, die gleichzeitig die Bausubstanz schützen und ein gesundes Raumklima fördern. Die Kosten variieren je nach Umfang, Materialien und baulichen Anforderungen.

Eine sorgfältige Diagnose der Feuchtigkeitsursachen sowie die Einhaltung der technischen Vorgaben sind entscheidend für den Erfolg und die Dauerhaftigkeit der Maßnahmen. Aktuelle Richtlinien und Normen bieten hierfür einen umfassenden Rahmen, der bei der Planung und Ausführung zu berücksichtigen ist.