Schmerzsalben bei Arthrose: Wirkung und Risiken 2026

Schmerzsalben werden bei Arthrose oft zur Linderung eingesetzt. In Deutschland sind verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Wirkstoffen erhältlich, deren Wirksamkeit und Sicherheit von Fachorganisationen überprüft werden. Dieser Text informiert 2026 über Anwendung, Risiken und Alternativen.

Schmerzsalben bei Arthrose: Wirkung und Risiken 2026

Wirkungsweise von Schmerzsalben bei Arthrose

Bei Arthrose führen degenerative Veränderungen im Gelenk zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Schmerzsalben wirken in der Regel lokal an der betroffenen Stelle und sollen Entzündungen verringern oder den Schmerz unmittelbar lindern. Die Wirkstoffe dringen durch die Haut ein und beeinflussen die Schmerzrezeptoren sowie entzündliche Prozesse.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) als Standard

NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen oder Piroxicam werden häufig in Form von Gelen oder Salben zur lokalen Anwendung bei Arthrose empfohlen. Diese Wirkstoffe hemmen Enzyme (COX-1 und COX-2), die an der Entstehung von Entzündungen und Schmerzen beteiligt sind. Laut Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie internationalen Empfehlungen gilt die topische Anwendung von NSAR als sichere und effektive Option bei symptomatischer Arthrose.

Pharmakokinetische Studien zeigen, dass NSAR sich in relevanten Gelenkbereichen anreichern können, wodurch eine gezielte Wirkung entsteht. Das Risiko systemischer Nebenwirkungen ist im Vergleich zur oralen Einnahme geringer, da die Resorption begrenzt ist.

Wirksamkeit verschiedener NSAR-Präparate

Eine Netzwerkmetaanalyse aus den letzten Jahren zeigt, dass Diclofenac-Pflaster besonders wirksam bei der Schmerzlinderung sind, gefolgt von Diclofenac-Gel, Ibuprofen und Piroxicam. Die Effektstärke im Vergleich zu Placebo wurde als moderat bis hoch bewertet. Diese Ergebnisse spiegeln aktuelle klinische Bewertungen wider, die auch in deutschen Apotheken und Arztpraxen Berücksichtigung finden.

Risiken und Kontraindikationen

Obwohl die systemische Aufnahme bei topischer Anwendung gering ist, können lokale Reaktionen wie Hautirritationen, Rötungen oder allergische Kontrollen auftreten. Patienten mit bekannten Allergien gegenüber NSAR oder mit empfindlicher Haut sollten Vorsicht walten lassen. Bei ausgedehnten Anwendungflächen oder Kombination mit oralen NSAR besteht ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Pflanzliche und alternative Wirkstoffe

Neben klassischen NSAR werden in Deutschland auch pflanzliche Salben verwendet. Inhaltsstoffe wie Beinwell (Symphytum officinale), Arnika oder Cannabisextrakte (CBD) finden vermehrt Anwendung, wobei die Studienlage vielfach begrenzt oder noch unzureichend ist.

Beinwell

Beinwell enthält Allantoin und andere Wirkstoffe, die eine entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung haben können. Anwendungen bei Arthrose sind traditionell verbreitet, wobei wissenschaftliche Belege für die Schmerzreduktion im Vergleich zu NSAR schwächer sind. Aufgrund möglicher toxischer Pyrrolizidinalkaloide sollte die Anwendung nur auf Hautpartien und zeitlich begrenzt erfolgen.

Hanf- und CBD-Salben

CBD-haltige Produkte werden in Deutschland vermehrt zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen genutzt. Erste Studien deuten auf eine mögliche antientzündliche Wirkung hin. Die Evidenz zu deren Effektivität bei Arthrose ist jedoch begrenzt und es fehlen standardisierte Therapierichtlinien. Kontraindikationen sind bisher nicht umfassend definiert.

Weitere pflanzliche Alternativen

Andere pflanzliche Wirkstoffe, wie Mädesüß (Filipendula ulmaria) oder Weihrauch (Boswellia serrata), werden ebenfalls eingesetzt. Die Datenlage ist jedoch heterogen und weitere klinische Studien sind erforderlich, um eine klare Bewertung vorzunehmen.

Praktische Anwendung und Empfehlungen

Bei der Anwendung von Schmerzsalben bei Arthrose in Deutschland sollte auf die individuelle Verträglichkeit geachtet werden. Die Dosierung erfolgt gemäß Herstellerangaben oder ärztlicher Anweisung. Für eine wirksame Anwendung ist meist eine regelmäßige, mehrwöchige Applikation notwendig.

Der Nutzen lokaler Salben ist insbesondere in frühen oder mittleren Arthrosestadien beschrieben. Bei ausgeprägtem Gelenkverschleiß oder anhaltenden starken Beschwerden sind weiterführende Maßnahmen angezeigt.

Grenzen der Therapie mit Schmerzsalben

Salben können Schmerzen lindern und Entzündungen reduzieren, sind jedoch keine kausale Behandlung der Arthrose. Sie ersetzen nicht physikalische Therapie, Bewegung, Gewichtsreduktion oder gegebenenfalls operative Verfahren.

Die Wirkung kann individuell stark variieren, weshalb begleitende Beratung durch Ärzte oder Apotheker in Deutschland empfohlen wird.

Verfügbarkeit und regulatorische Aspekte in Deutschland 2026

Schmerzsalben mit NSAR sind in deutschen Apotheken rezeptfrei oder rezeptpflichtig erhältlich, je nach Wirkstoffkonzentration und -form. Pflanzliche Produkte unterliegen als Medizinprodukte oder Kosmetika unterschiedlichen Zulassungsverfahren.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert regelmäßig über aktuelle Sicherheitsbewertungen und Empfehlungen im Umgang mit Schmerzmitteln bei Arthrose.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Bei der Auswahl von Schmerzsalben für Arthrose sind folgende Preisspannen üblich:

  • Basismodelle: Etwa 5 bis 15 Euro – meist einfache NSAR-Gele mit Standardwirkstoffen, rezeptfrei erhältlich.
  • Standardoptionen: Ca. 15 bis 30 Euro – Produkte mit erweiterter Wirkstoffzusammensetzung oder spezifischer Galenik, teilweise rezeptpflichtig.
  • Premiumprodukte: Rund 30 bis 50 Euro – einschließlich spezieller pflanzlicher Formulierungen oder innovativer Applikationsformen, zumeist rezeptfrei.

Die Preise können sich je nach Hersteller, Abgabestelle und Region unterscheiden. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist bei rezeptfreien Präparaten meist nicht gegeben.


Diese Informationen basieren auf aktuellen Studien, Leitlinien und Empfehlungen im Jahr 2026. Individuelle Fragen zur Anwendung und Auswahl von Schmerzsalben sollten mit medizinischem Fachpersonal besprochen werden.