Wahlarzt Kosten: Wie funktioniert die Rückerstattung bei der ÖGK?

Wahlarztbesuche sind in Österreich beliebt, kosten aber oft mehr als Kassenarzttermine. Wie funktioniert 2026 die Rückerstattung bei der ÖGK wirklich? Erfahre, was Wiener*innen und Österreicher*innen allgemein beim Einreichen der Wahlarztrechnung beachten sollten und wie viel du zurückbekommst!

Wahlarzt Kosten: Wie funktioniert die Rückerstattung bei der ÖGK?

Der Besuch bei einem Wahlarzt kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein: kürzere Wartezeiten, spezialisierte Behandlungen oder eine persönliche Präferenz. Anders als bei Kassenärzten zahlen Patientinnen und Patienten die Behandlung zunächst selbst und können anschließend eine teilweise Rückerstattung bei der ÖGK beantragen. Doch wie genau läuft dieser Prozess ab und welche Kosten werden tatsächlich übernommen?

Was ist ein Wahlarzt in Österreich?

Ein Wahlarzt ist ein Arzt oder eine Ärztin ohne Kassenvertrag mit der ÖGK. Das bedeutet, dass keine direkte Abrechnung zwischen Arztpraxis und Krankenkasse stattfindet. Patientinnen und Patienten bezahlen die Behandlung zunächst privat und erhalten im Anschluss eine detaillierte Rechnung. Diese kann dann bei der ÖGK eingereicht werden, um eine teilweise Kostenrückerstattung zu erhalten.

Wahlärzte bieten oft flexiblere Terminvereinbarungen und kürzere Wartezeiten als Kassenärzte. Zudem haben Patientinnen und Patienten die freie Wahl, welchen Spezialisten sie aufsuchen möchten, ohne auf die Verfügbarkeit von Kassenplätzen angewiesen zu sein. Allerdings müssen sie mit höheren Kosten rechnen, da die Rückerstattung durch die ÖGK nur einen Teil der tatsächlichen Ausgaben abdeckt.

Die Rolle der ÖGK bei Rückerstattungen

Die ÖGK übernimmt bei Wahlarztbehandlungen einen festgelegten Anteil der Kosten, der sich am sogenannten Kassentarif orientiert. Dieser Tarif entspricht dem Betrag, den die ÖGK einem Kassenarzt für dieselbe Leistung zahlen würde. In der Regel werden etwa 80 Prozent des Kassentarifs erstattet, was jedoch deutlich weniger sein kann als die tatsächlich angefallenen Kosten.

Die Höhe der Rückerstattung hängt von der Art der Behandlung ab. Fachärztliche Leistungen, Laboruntersuchungen oder spezielle diagnostische Verfahren haben unterschiedliche Tarife. Wichtig ist, dass nur medizinisch notwendige Leistungen erstattet werden. Reine Komfortleistungen oder Behandlungen ohne medizinische Indikation werden von der ÖGK nicht übernommen.

So reichst du deine Wahlarztrechnung ein

Um eine Rückerstattung zu erhalten, müssen Patientinnen und Patienten die Originalrechnung oder eine beglaubigte Kopie bei der ÖGK einreichen. Die Rechnung muss bestimmte Angaben enthalten: Name und Adresse des Arztes, Sozialversicherungsnummer der Patientin oder des Patienten, Datum der Behandlung, detaillierte Leistungsbeschreibung sowie den Rechnungsbetrag.

Die Einreichung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Online über das ÖGK-Portal “Meine SV”
  • Per Post an die zuständige ÖGK-Landesstelle
  • Persönlich in einer ÖGK-Servicestelle

Nach Einreichung prüft die ÖGK die Rechnung und überweist die Rückerstattung in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen auf das angegebene Bankkonto. Es ist ratsam, alle Unterlagen und Zahlungsbestätigungen gut aufzubewahren, falls Rückfragen auftreten.

Wie hoch ist die Rückerstattung 2026?

Die genaue Höhe der Rückerstattung variiert je nach Art der ärztlichen Leistung. Grundsätzlich orientiert sich die ÖGK am Kassentarif, von dem etwa 80 Prozent erstattet werden. Ein Beispiel: Kostet eine fachärztliche Konsultation beim Wahlarzt 150 Euro und der entsprechende Kassentarif liegt bei 60 Euro, erstattet die ÖGK etwa 48 Euro. Die Differenz von 102 Euro trägt die Patientin oder der Patient selbst.


Leistung Durchschnittliche Wahlarztkosten Kassentarif (ca.) Rückerstattung ÖGK (ca.)
Allgemeinmedizinische Konsultation 80–120 Euro 40 Euro 32 Euro
Fachärztliche Konsultation 120–200 Euro 60 Euro 48 Euro
Laboruntersuchungen 50–150 Euro 30 Euro 24 Euro
Ultraschalluntersuchung 100–180 Euro 50 Euro 40 Euro
Psychotherapie (Einzelsitzung) 80–150 Euro 28 Euro 22 Euro

Preise, Tarife und Kostenerstattungen, die in diesem Artikel genannt werden, basieren auf den aktuellsten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen eigenständige Recherchen durchzuführen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die tatsächlichen Kosten beim Wahlarzt oft deutlich über dem Kassentarif liegen. Patientinnen und Patienten sollten sich daher im Vorfeld über die zu erwartenden Kosten informieren und die Höhe der möglichen Rückerstattung realistisch einschätzen.

Wichtige Tipps für Patientinnen und Patienten

Um den Rückerstattungsprozess zu optimieren und unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollten einige wichtige Punkte beachtet werden:

  • Vorab informieren: Erkundige dich vor der Behandlung beim Wahlarzt nach den voraussichtlichen Kosten und vergleiche diese mit dem Kassentarif.
  • Rechnung prüfen: Achte darauf, dass die Rechnung alle erforderlichen Angaben enthält und korrekt ausgestellt ist.
  • Frist beachten: Reiche die Rechnung zeitnah ein. In der Regel beträgt die Frist für die Einreichung sechs Monate ab Rechnungsdatum.
  • Zusatzversicherung prüfen: Eine private Zusatzversicherung kann die Differenz zwischen Wahlarztkosten und ÖGK-Rückerstattung abdecken.
  • Dokumentation: Bewahre alle Unterlagen sorgfältig auf, um bei eventuellen Rückfragen oder Unstimmigkeiten reagieren zu können.

Zudem lohnt es sich, bei planbaren Behandlungen vorab verschiedene Wahlärzte zu vergleichen. Die Honorare können je nach Praxis erheblich variieren, und nicht immer bedeutet ein höherer Preis automatisch eine bessere Leistung.

Der Besuch bei einem Wahlarzt bietet Flexibilität und oft kürzere Wartezeiten, bringt jedoch auch finanzielle Mehrkosten mit sich. Wer sich im Vorfeld gut informiert, die Rückerstattungsmodalitäten kennt und alle notwendigen Schritte beachtet, kann den Prozess reibungslos gestalten und von den Vorteilen der freien Arztwahl profitieren.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinische Beratung betrachtet werden. Bitte konsultiere eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine individuelle Beratung und Behandlung.