Umfassender Überblick über Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
Hausrat- und Wohngebäudeversicherung schützen in Deutschland Hab und Gut: Die Hausratversicherung deckt Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und Fahrräder, die Wohngebäudeversicherung sichert Dach, Wände und Festinstallationen gegen Feuer, Sturm und Leitungswasser. Praxistipps zu Elementarschutz, Selbstbeteiligung und Kostenteilung.
Die Wahl der richtigen Versicherung für das eigene Zuhause gehört zu den fundamentalen Entscheidungen im Bereich der privaten Risikovorsorge. Sowohl Mieter als auch Eigentümer sollten sich umfassend über die verschiedenen Versicherungsoptionen informieren, um im Schadensfall optimal abgesichert zu sein.
Unterschiede zwischen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
Die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung decken völlig unterschiedliche Bereiche ab. Die Hausratversicherung schützt alle beweglichen Gegenstände in der Wohnung oder im Haus, wie Möbel, Elektronik, Kleidung und persönliche Gegenstände. Sie kommt für Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und Einbruchdiebstahl auf.
Die Wohngebäudeversicherung hingegen versichert die Bausubstanz selbst, einschließlich fest installierter Gebäudeteile wie Heizungsanlagen, Sanitärinstallationen und Bodenbeläge. Diese Versicherung ist ausschließlich für Eigentümer relevant, da sie das Gebäude als Ganzes schützt.
Leistungen der Hausratversicherung für Mieter und Eigentümer
Die Hausratversicherung bietet sowohl Mietern als auch Eigentümern wichtigen Schutz für ihr persönliches Eigentum. Zu den Standardleistungen gehören die Absicherung gegen Feuer- und Explosionsschäden, Leitungswasserschäden, Sturm- und Hagelschäden sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach einem Einbruch.
Viele Versicherungen bieten zusätzliche Leistungen wie den Schutz von Wertsachen, die vorübergehende Unterbringung bei unbewohnbaren Räumen oder die Übernahme von Aufräumungskosten. Für Mieter ist die Hausratversicherung besonders wichtig, da sie oft über keine andere Absicherung für ihr persönliches Eigentum verfügen.
Wohngebäudeversicherung: Pflichten für Eigentümer
Für Immobilieneigentümer ist die Wohngebäudeversicherung praktisch unverzichtbar. Obwohl sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, verlangen Banken bei der Baufinanzierung meist den Abschluss einer solchen Versicherung als Kreditsicherheit. Die Versicherung deckt Schäden am Gebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab.
Eigentümer sind verpflichtet, ihre Immobilie angemessen zu versichern, um bei Schäden nicht auf hohen Kosten sitzen zu bleiben. Die Versicherungssumme sollte dem aktuellen Neuwert des Gebäudes entsprechen, um eine Unterversicherung zu vermeiden.
Schäden und Versicherungsumfang im Detail
Der Versicherungsumfang variiert je nach gewähltem Tarif und Anbieter. Grundsätzlich sind in beiden Versicherungsarten Schäden durch die sogenannten Grundgefahren abgedeckt: Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Zusätzliche Risiken wie Glasbruch, Überspannung durch Blitz oder grober Fahrlässigkeit können oft gegen Aufpreis mitversichert werden.
Bei der Schadensregulierung ist wichtig zu wissen, dass beide Versicherungen nach dem Neuwertprinzip arbeiten. Das bedeutet, dass beschädigte oder zerstörte Gegenstände beziehungsweise Gebäudeteile zum aktuellen Neupreis ersetzt werden, abzüglich einer eventuellen Selbstbeteiligung.
| Versicherungstyp | Anbieter | Durchschnittliche Kosten |
|---|---|---|
| Hausratversicherung | Allianz | 150-300 € jährlich |
| Hausratversicherung | HUK-Coburg | 120-250 € jährlich |
| Wohngebäudeversicherung | DEVK | 300-600 € jährlich |
| Wohngebäudeversicherung | VHV | 250-550 € jährlich |
Preise, Tarife oder Kostenvoranschläge in diesem Artikel basieren auf aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch zeitlich ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Elementarschäden: Erweiterte Absicherung
Elementarschäden wie Überschwemmungen, Rückstau, Erdbeben oder Lawinen sind in den Grundtarifen meist nicht enthalten. Angesichts der zunehmenden Wetterextreme gewinnt der Elementarschadenschutz jedoch an Bedeutung. Diese Erweiterung kann sowohl in die Hausrat- als auch in die Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden.
Die Kosten für den Elementarschadenschutz variieren stark je nach Region und Gefährdungslage. In hochwassergefährdeten Gebieten können die Beiträge deutlich höher ausfallen oder der Schutz wird ganz ausgeschlossen. Eine sorgfältige Prüfung der örtlichen Risiken ist daher empfehlenswert.
Die richtige Kombination aus Hausrat- und Wohngebäudeversicherung bietet umfassenden Schutz für das eigene Zuhause. Während Mieter hauptsächlich auf die Hausratversicherung angewiesen sind, benötigen Eigentümer beide Versicherungsarten für eine vollständige Absicherung. Eine regelmäßige Überprüfung der Versicherungssummen und Leistungen stellt sicher, dass der Schutz auch bei veränderten Lebensumständen angemessen bleibt.