Oberarztgehalt 2026 in Deutschland: Überblick und Entwicklung

Das Gehalt von Oberärztinnen und Oberärzten in Deutschland variiert je nach Region, Fachrichtung und Erfahrung. Für 2026 liegen die Bruttojahresgehälter zwischen rund 90.000 und 140.000 Euro. Dieser Beitrag bietet einen neutralen Überblick zur Gehaltsentwicklung, regionalen Unterschieden und wichtigen Fachrichtungen.

Oberarztgehalt 2026 in Deutschland: Überblick und Entwicklung

Gehaltsstruktur und Einflussfaktoren bei Oberärzten

Das Oberarztgehalt in Deutschland orientiert sich häufig an tariflichen Vereinbarungen, insbesondere an den Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst (TV-Ärzte/VKA) in den kommunalen Kliniken oder an individuellen Verträgen bei privaten und freigemeinnützigen Trägern. Durch Faktoren wie Berufserfahrung, Leitungserfahrung und Funktion innerhalb der Klinik, beispielsweise als ständiger Vertreter des Chefarztes, prägt sich das Einkommen deutlich aus.

Die Grundgehälter liegen aktuell gesamtdeutsch bei etwa 7.500 bis 11.500 Euro brutto monatlich, woraus Jahresgehälter von circa 90.000 bis 140.000 Euro resultieren können. Zusätzliche Zulagen, z. B. für Nachtdienste, Bereitschaftsdienste oder Wochenenddienste, führen zu weiteren Einkommensbestandteilen, die in Summe das Gehalt um etwa 10 bis 25 Prozent erhöhen können.

Ausmaß und Höhe der Zulagen unterscheiden sich je nach Klinik und Bundesland. Außertarifliche Verträge oder fachspezifische Vergütungsmodelle erlauben darüber hinaus individuelle Vereinbarungen, die manchmal über den tariflichen Durchschnitt hinausgehen.

Regionale Unterschiede

Der Standort einer Klinik ist ein entscheidender Faktor für die Gehaltsgestaltung: In wirtschaftlich starken Bundesländern und Ballungsräumen (z. B. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen) liegen die Oberarztgehälter im Durchschnitt höher als in ländlichen oder strukturschwächeren Regionen. Dies hängt u. a. mit den höheren Lebenshaltungskosten sowie der regional unterschiedlichen Personalnachfrage zusammen.

In ostdeutschen Bundesländern sind die Grundgehälter häufig etwas geringer; hier liegt das durchschnittliche Gehaltsniveau etwa 8-15 Prozent unter dem westdeutschen Durchschnitt. Allerdings können zusätzliche regionale Förderungen, wie Wohnungszuschüsse oder Mobilitätsprämien, eine Rolle spielen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Fachrichtungen und Gehaltsunterschiede

Die Vergütung variiert je nach medizinischer Fachrichtung, da einige Disziplinen höhere Anforderungen in Bezug auf Expertise, Verantwortlichkeit oder Arbeitszeiten mit sich bringen. Generell zeigen ausgewertete Daten folgende Tendenzen (Angaben ungefähr und bundesweit):

  • Chirurgie (Allgemeinchirurgie, Thoraxchirurgie): Zwischen 100.000 und 140.000 Euro brutto jährlich
  • Innere Medizin und Kardiologie: Circa 90.000 bis 130.000 Euro
  • Anästhesiologie: 95.000 bis 130.000 Euro
  • Radiologie: 90.000 bis 120.000 Euro
  • Pädiatrie: Meist im Bereich von 85.000 bis 115.000 Euro
  • Psychiatrie und Psychotherapie: 80.000 bis 110.000 Euro

Diese Unterschiede resultieren auch aus verschiedenen Arbeitszeitmodellen und der Häufigkeit von Bereitschaftsdiensten.

Berufserfahrung und weitere Einflussgrößen

Das Gehalt steigt tendenziell mit zunehmender Berufserfahrung und Verantwortung. Ein Oberarzt in den ersten Berufsjahren (1–3 Jahre in dieser Position) verdient im Durchschnitt weniger als langjährig erfahrene Oberärzte mit Führungsverantwortung oder zusätzlichen Qualifikationen wie Habilitation oder speziellen Weiterbildungen.

Auch die Größe der Klinik sowie der Status der Einrichtung (Universitätskliniken, Maximalversorger versus kleinere Fachkliniken) beeinflussen das Gehalt. Universitätskliniken bieten häufig neben festen Grundgehältern zusätzliche Forschungs- und Lehrtätigkeiten mit eigenständiger finanzieller Vergütung.

Tarifverhandlungen und Gehaltstrends 2026

Seit 2020 haben mehrere Tarifrunden im öffentlichen Dienst und Krankenhausbereiche moderate Gehaltssteigerungen von etwa 3 bis 5 Prozent pro Jahr eingebracht. 2025 und 2026 sind ähnliche Erhöhungen zu beobachten. Diese Anpassungen berücksichtigen auch die Inflationsrate sowie Maßnahmen zur Fachvertragsverbesserung und Personalbindung.

Parallel dazu gewinnt die Diskussion um überregional einheitliche Entgeltsysteme für ärztliches Personal an Bedeutung, um die regionale Gehaltsdispersion zu verringern.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Beim Thema Gehalt ist es auch relevant, typische Lebenshaltungskosten einzubeziehen, die sich je nach Region stark unterscheiden können:

  • Grundversorgung (Miete, Lebensmittel, Verkehrsmittel): In städtischen Ballungsräumen liegen die monatlichen Kosten für Einzelpersonen meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro.
  • Steuern und Sozialabgaben: Vom Bruttogehalt werden je nach Steuerklasse etwa 35 bis 45 Prozent abgezogen.
  • Wohnungskosten: Mietpreise variieren stark, wobei in Großstädten der Quadratmeterpreis für Wohnungen zwischen 12 und 20 Euro liegen kann.
  • Berufsspezifische Zusatzkosten: Fortbildungen, Fachliteratur und Berufsverbandsbeiträge müssen ebenfalls einkalkuliert werden.

Zusammenfassung

Das Oberarztgehalt in Deutschland 2026 ist durch eine breite Spannbreite geprägt, die von Faktoren wie Fachrichtung, Region, Berufserfahrung und Tarifbindung beeinflusst wird. Durchschnittliche Jahresgehälter liegen zwischen 90.000 und 140.000 Euro brutto. Neben dem Grundgehalt erhöhen Zulagen für Bereitschafts- und Nachtdienste die Vergütung.

Regionale Unterschiede bestehen vor allem zwischen wirtschaftsstarken westdeutschen Regionen mit höheren Gehältern und ostdeutschen sowie ländlichen Gebieten mit tendenziell niedrigeren Gehältern. Die Fachrichtung prägt die Höhe des Gehalts weiter, wobei chirurgische und invasive Disziplinen in der Regel höhere Einkommen aufweisen.

Tarifliche Anpassungen berücksichtigen fortlaufend wirtschaftliche Entwicklungen und den Fachkräftebedarf. Eine umfassende Gehaltsbetrachtung sollte immer neben den Bruttozahlen auch Kosten für Leben und Arbeiten in der jeweiligen Region berücksichtigen.