Medigap-Pläne im Vergleich (2026) – decken ab, was die gesetzliche Krankenversicherung (Original Medicare) nicht abdeckt
Für Schweizerinnen und Schweizer mit USA-Bezug kann Original Medicare schnell Lücken hinterlassen – etwa bei Selbstbehalten, Zuzahlungen oder Pflege im Ausland. Ein Vergleich der Medigap-Pläne hilft, Leistungen, Kosten und Fallstricke besser zu überblicken.
Für Schweizer Staatsangehörige oder in der Schweiz lebende Personen, die in den USA Medicare-berechtigt sind, stellt sich regelmässig die Frage, wie sich die amerikanische Zusatzversicherung Medigap in das eigene Vorsorgekonzept einfügt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Planvarianten sind erheblich – und eine informierte Entscheidung erfordert ein solides Grundverständnis des Systems.
Was Medigap überhaupt abdeckt
Medigap, auch als Medicare-Ergänzungsversicherung bezeichnet, ist eine private Zusatzversicherung, die bestimmte Kosten übernimmt, die Original Medicare (Teil A und Teil B) nicht oder nur teilweise bezahlt. Dazu gehören unter anderem Zuzahlungen, Mitversicherungsanteile (Coinsurance), Selbstbehalte (Deductibles) sowie in einigen Plänen auch medizinische Notfallleistungen im Ausland. Letzteres ist besonders relevant für Personen, die regelmässig zwischen der Schweiz und den USA reisen. Medigap übernimmt jedoch keine Leistungen, die Medicare grundsätzlich nicht abdeckt, wie etwa Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder Hörgeräte.
Unterschiede der Planvarianten
In den USA sind Medigap-Pläne durch den Bundesstaat standardisiert und werden mit Buchstaben von A bis N bezeichnet. Jeder Buchstabe steht für ein festgelegtes Leistungspaket, unabhängig davon, welcher Versicherer den Plan anbietet. Plan G ist derzeit eine der umfassendsten Optionen für Neuversicherte, da er nahezu alle Lücken von Original Medicare schliesst – mit Ausnahme des jährlichen Teil-B-Selbstbehalts. Plan N bietet ebenfalls eine breite Deckung, sieht jedoch geringe Zuzahlungen bei Arztbesuchen und Notaufnahmen vor. Plan A deckt ausschliesslich die Grundleistungen ab und ist daher mit niedrigeren Prämien verbunden. Plan F, früher sehr beliebt, steht seit 2020 nur noch Personen offen, die vor dem 1. Januar 2020 Medicare-berechtigt waren.
Kosten, Prämien und Selbstbehalte
Die monatlichen Prämien für Medigap-Pläne variieren je nach Plan, Bundesstaat, Versicherer, Alter und Raucherstatus erheblich. Es ist wichtig zu verstehen, dass identische Planbezeichnungen je nach Anbieter unterschiedlich bepreist sein können. Grundsätzlich gilt: Je umfassender der Plan, desto höher die monatliche Prämie – dafür sind die anfallenden Eigenkosten im Leistungsfall geringer.
| Plan | Typische monatliche Prämie (Schätzung) | Selbstbehalt Teil B | Auslandsnotfalldeckung |
|---|---|---|---|
| Plan A | ca. 80–130 USD | Nicht übernommen | Nein |
| Plan G | ca. 120–200 USD | Nicht übernommen | Ja (bis 50.000 USD) |
| Plan N | ca. 90–160 USD | Nicht übernommen | Ja (bis 50.000 USD) |
| Plan F (nur Bestandskunden) | ca. 140–220 USD | Übernommen | Ja (bis 50.000 USD) |
| Plan K | ca. 60–100 USD | Teilweise | Nein |
Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine eigenständige Recherche empfohlen.
Worauf Schweizer Versicherte achten sollten
Für Personen mit Wohnsitz oder Verbindungen zur Schweiz sind bei der Wahl eines Medigap-Plans einige zusätzliche Aspekte relevant. Erstens ist die Auslandsnotfalldeckung, die bestimmte Pläne wie G und N bieten, für regelmässige Reisende besonders wertvoll – auch wenn die Deckung auf Notfälle beschränkt ist und zeitliche sowie betragliche Limits gelten. Zweitens sollte beachtet werden, dass Medigap und die Schweizer Krankenversicherung (KVG/VVG) zwei vollständig getrennte Systeme sind, die sich nicht gegenseitig ersetzen. Eine doppelte Versicherungspflicht oder Leistungsüberschneidungen sollten mit einem Fachberater für internationale Absicherung besprochen werden. Drittens empfiehlt es sich, Angebote mehrerer Versicherer zu vergleichen, da die Prämien für denselben Plantyp erheblich voneinander abweichen können.
Einschreibefristen und wichtige Fristen
Die günstigste Zeit für den Abschluss einer Medigap-Versicherung ist die sogenannte Open Enrollment Period – die sechs Monate nach der erstmaligen Einschreibung in Medicare Teil B. In diesem Zeitraum besteht ein garantiertes Aufnahmerecht, das heisst, Versicherer dürfen weder ablehnen noch höhere Prämien aufgrund von Vorerkrankungen verlangen. Ausserhalb dieser Frist kann die Aufnahme erschwert oder teurer werden, abhängig vom jeweiligen Bundesstaat und Versicherer. Eine frühzeitige Planung ist daher empfehlenswert.
Medigap bietet eine strukturierte Möglichkeit, die finanziellen Risiken zu begrenzen, die mit Original Medicare verbunden sind. Wer die verschiedenen Planvarianten, deren Leistungsumfang und die damit verbundenen Kosten kennt, kann eine Entscheidung treffen, die langfristig zur eigenen Lebenssituation passt – ob mit Wohnsitz in den USA, der Schweiz oder mit regelmässigen Aufenthalten in beiden Ländern.
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine medizinische oder rechtliche Beratung dar. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte Fachperson für individuelle Empfehlungen und Entscheidungen.