Kniearthrose Grad 4 — Behandlungsmöglichkeiten im Überblick 2026

Kniearthrose Grad 4 stellt das fortgeschrittenste Stadium dieser degenerativen Gelenkerkrankung dar und geht mit erheblichen Einschränkungen im Alltag einher. Der Knorpel ist in diesem Stadium nahezu vollständig abgebaut, sodass Knochen auf Knochen reibt. Betroffene leiden unter starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer deutlich verminderten Lebensqualität. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die charakteristischen Merkmale der Kniearthrose Grad 4 sowie über aktuelle konservative und operative Behandlungsansätze, die 2026 zur Verfügung stehen.

Kniearthrose Grad 4 — Behandlungsmöglichkeiten im Überblick 2026

Kniearthrose im fortgeschrittenen Stadium stellt den Alltag erheblich auf die Probe. Wenn der Knorpel nahezu vollständig abgebaut ist, werden selbst kurze Spaziergänge oder das Treppensteigen zur Herausforderung. Gleichzeitig ist das Angebot an Therapien groß und oft schwer zu durchschauen. Ein strukturierter Blick auf den Stand der Behandlung im Jahr 2026 hilft, Entscheidungen bewusster und informierter zu treffen.

Kniearthrose Grad 4: Überblick 2026

Unter Kniearthrose versteht man den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels im Knie. Die Einteilung in Schweregrade reicht von 1 bis 4. Grad 4 beschreibt das Endstadium, in dem der Knorpel weitgehend zerstört ist und Knochen teilweise direkt aufeinander reiben. Auf Röntgenbildern zeigen sich deutliche Gelenkspaltverschmälerungen, knöcherne Anbauten und häufig Achsabweichungen.

Im Jahr 2026 stehen Patientinnen und Patienten verschiedene Behandlungssäulen zur Verfügung. Dazu gehören Lebensstilmaßnahmen, Physiotherapie, medikamentöse und interventionelle Verfahren sowie operative Eingriffe. Wichtig ist die individuelle Kombination dieser Bausteine, abgestimmt auf Beschwerden, Alltag, Begleiterkrankungen und persönliche Ziele. Medizinische Leitlinien empfehlen dabei ein stufenweises Vorgehen: Zunächst werden konservative Maßnahmen ausgeschöpft, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird, sofern dies medizinisch sinnvoll ist.

Was kennzeichnet Kniearthrose Grad 4

Kniearthrose Grad 4 geht meist mit ausgeprägten Symptomen einher. Typisch sind starke Schmerzen bei Belastung, später auch in Ruhe oder nachts. Viele Betroffene berichten über Anlaufschmerzen nach Ruhephasen, morgendliche Steifigkeit, ein belastendes Knirschen im Gelenk und ein Gefühl der Instabilität. Das Knie kann geschwollen sein, warm werden und in seiner Form sichtbar verändert erscheinen.

Die Beweglichkeit ist häufig deutlich eingeschränkt: Das vollständige Durchstrecken oder Beugen fällt schwer, längeres Gehen oder Stehen ist kaum möglich. Manche Menschen entwickeln ein Schonhinken, um Schmerzen zu vermeiden, was wiederum andere Gelenke wie Hüfte oder Rücken zusätzlich belasten kann.

Die Diagnose stützt sich auf eine ausführliche Befragung, körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Röntgenaufnahmen zeigen im Grad 4 in der Regel einen stark verschmälerten oder aufgehobenen Gelenkspalt, ausgeprägte Knochenanbauten und Veränderungen an den Gelenkrändern. Ergänzend können Ultraschall oder Magnetresonanztomografie eingesetzt werden, vor allem wenn Weichteile oder Bänder beurteilt werden müssen.

Arthrose Behandlung im Knie: Was hilft wirklich

Auch bei Kniearthrose Grad 4 kommen zunächst konservative Maßnahmen zum Einsatz, insbesondere wenn eine Operation noch hinausgezögert werden soll oder nicht infrage kommt. Zentral ist dabei eine gezielte Bewegungstherapie. Physiotherapie stärkt die umgebende Muskulatur, verbessert die Koordination und stabilisiert das Gelenk. Geeignete Sportarten mit geringer Stoßbelastung sind etwa Radfahren, Schwimmen oder Training im Wasser.

Gewichtsreduktion kann die Beschwerden deutlich lindern, da schon wenige Kilogramm weniger die Belastung auf das Knie spürbar reduzieren. Orthopädische Hilfsmittel wie spezielle Schuheinlagen, Bandagen oder Entlastungsorthesen können das Gelenk unterstützen und Fehlbelastungen mindern. Wärme- oder Kälteanwendungen sowie physikalische Therapie werden häufig ergänzend genutzt.

Zur medikamentösen Behandlung gehören je nach Situation Schmerzmittel und entzündungshemmende Wirkstoffe. Dazu zählen zum Beispiel nichtsteroidale Antirheumatika in Tablettenform oder als Gel. In ausgewählten Fällen können Injektionen ins Kniegelenk erwogen werden, etwa mit Kortison zur kurzfristigen Entzündungshemmung oder mit Hyaluronsäure. Auch neuere Verfahren wie Injektionen mit aufbereitetem Eigenblut werden diskutiert, ihre Wirksamkeit ist jedoch noch nicht abschließend gesichert.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Für eine persönliche Einschätzung sollten Sie sich an eine qualifizierte Ärztin oder einen qualifizierten Arzt wenden.

Neue Medikamente gegen Arthrose in Deutschland

Viele Betroffene hoffen auf ein neues Medikament, das Arthrose im Knie grundlegend stoppen oder sogar rückgängig machen kann. Die Forschung arbeitet intensiv an sogenannten krankheitsmodifizierenden Arthrosemedikamenten. Ziel dieser Wirkstoffe ist es, den Knorpelabbau zu verlangsamen, die Knorpelstruktur zu verbessern oder entzündliche Prozesse im Gelenk dauerhaft zu beeinflussen.

Nach aktuellem Wissensstand bis zum Jahr 2024 sind in Deutschland jedoch vor allem Medikamente zugelassen, die Symptome wie Schmerzen und Entzündung lindern. Dazu zählen klassische Schmerzmittel, entzündungshemmende Präparate und bestimmte Injektionstherapien. Wirkstoffe, die nachweislich den Verlauf der Kniearthrose grundlegend verändern, befinden sich noch in der klinischen Erprobung.

Es gibt Studien zu biologischen Substanzen, Antikörpern gegen bestimmte Schmerz- oder Entzündungsbotenstoffe und Wachstumsfaktoren, die die Knorpelregeneration anregen sollen. Ob und wann solche Medikamente breit verfügbar sein werden, hängt von weiteren Forschungsergebnissen, Sicherheitsbewertungen und Zulassungsverfahren ab. Patientinnen und Patienten sollten sich daher auf gesicherte Therapien stützen und neue Medikamente immer kritisch und in enger Abstimmung mit Fachärztinnen und Fachärzten bewerten.

Operative Behandlungsmöglichkeiten am Knie

Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen, Schmerzen stark bleiben und der Alltag massiv eingeschränkt ist, kann eine Operation eine sinnvolle Option sein. Bei Kniearthrose Grad 4 stehen insbesondere gelenkersetzende Verfahren im Vordergrund. Dazu gehören der Teilgelenkersatz, auch Schlittenprothese genannt, und der vollständige Kniegelenkersatz mit einer Totalendoprothese.

Ein Teilgelenkersatz kommt infrage, wenn nur ein Abschnitt des Kniegelenks stark geschädigt ist und Bänder sowie übrige Gelenkabschnitte noch ausreichend stabil sind. Der Vorteil kann in einem natürlicheren Bewegungsgefühl und einem meist etwas kleineren Eingriff liegen. Ist das gesamte Gelenk betroffen, wird häufiger eine Totalendoprothese eingesetzt, bei der die verschlissenen Gelenkflächen durch künstliche Komponenten ersetzt werden.

In bestimmten Fällen kann bei Achsfehlstellungen eine Umstellungsosteotomie erwogen werden, um die Belastung im Gelenk günstiger zu verteilen. Bei fortgeschrittener Arthrose Grad 4 wird dieses Verfahren jedoch eher selten allein angewandt, da der Knorpelschaden bereits sehr ausgeprägt ist.

Nach einem Gelenkersatz folgen Krankenhausaufenthalt und eine strukturierte Rehabilitation, häufig mit Anschlussheilbehandlung. Ziel ist es, Beweglichkeit, Muskelkraft und Gangbild wiederherzustellen. Moderne Operationstechniken und verbesserte Implantate haben die Erfolgsquoten in den vergangenen Jahren gesteigert, dennoch bleibt jeder operative Eingriff mit Risiken verbunden, die im persönlichen Arztgespräch sorgfältig abgewogen werden müssen.

Zum Abschluss lässt sich festhalten, dass Kniearthrose Grad 4 eine komplexe Erkrankung ist, die ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept erfordert. Konservative Maßnahmen, medikamentöse Therapien, neue Forschungsansätze und operative Verfahren ergänzen sich und werden je nach Beschwerden und Lebenssituation kombiniert. Eine fundierte Aufklärung und der kontinuierliche Austausch mit Fachpersonen tragen dazu bei, trotz Arthrose möglichst aktiv und selbstbestimmt zu bleiben.