Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung 2026

Hochtemperatur-Wärmepumpen werden zunehmend als Heizlösung für ungedämmte Altbauten in Deutschland genutzt. Sie ermöglichen höhere Vorlauftemperaturen und passen sich besser an ältere Heizsysteme an. Im Jahr 2026 bieten sie eine Möglichkeit, Heizanforderungen auch ohne umfassende Dämmmaßnahmen zu erfüllen.

Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung 2026

Funktionsweise von Hochtemperatur-Wärmepumpen

Hochtemperatur-Wärmepumpen arbeiten grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie herkömmliche Wärmepumpen. Ein Kältemittel nimmt Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Wasser auf, verdampft und wird anschließend durch einen Kompressor komprimiert. Diese Verdichtung führt zu einer Erhöhung der Temperatur, die an das Heizsystem abgegeben wird.

Der wesentliche Unterschied zu Standard-Wärmepumpen ist die Fähigkeit, Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C oder sogar 75 °C zu erzeugen. Während klassische Wärmepumpen oft nur Vorlauftemperaturen von etwa 35 bis 55 °C bereitstellen können, werden mit speziellen technischen Anpassungen, beispielsweise Hochdruckkompressoren oder mehrstufigen Wärmetauschern, höhere Temperaturen erreicht.

Diese höheren Temperaturen sind in ungedämmten Altbauten relevant, da dort die Heizkörper meist auf eine starke Wärmeabgabe bei hohen Vorlauftemperaturen ausgelegt sind.

Bedeutung für ungedämmte Altbauten

Viele Gebäude in Deutschland, die vor 1970 errichtet wurden, besitzen keine oder nur unzureichende Dämmung. Diese Anforderungen führen dazu, dass zur Raumwärmeversorgung höhere Vorlauftemperaturen benötigt werden, um Wärmeverluste auszugleichen. Bei diesen Gebäuden funktioniert die Nutzung von klassischen Niedertemperatur-Wärmepumpen oft nur eingeschränkt, da die Wärmeübergabe unzureichend ist.

Hochtemperatur-Wärmepumpen können diese Lücke schließen, indem sie den Heizkreislauf mit einer ausreichend hohen Temperatur versorgen, ohne dass zwingend eine umfassende energetische Sanierung, wie zum Beispiel eine Fassadendämmung, notwendig ist. Dies macht sie aus technischer Sicht für bestimmte Gebäudetypen in Deutschland weiterhin relevant.

Allerdings ist zu beachten, dass der Verzicht auf Dämmmaßnahmen langfristig Auswirkungen auf die Heizkosten und den Energieverbrauch haben kann.

Effizienz und energetische Aspekte

Die Effizienz von Wärmepumpen wird häufig über die Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben. Diese beschreibt das Verhältnis von abgegebener Heizwärme zu eingesetzter elektrischer Antriebsenergie über ein Jahr hinweg.

Hochtemperatur-Wärmepumpen zeigen aufgrund der höheren Vorlauftemperaturen tendenziell niedrigere JAZ-Werte als Niedertemperaturpumpen. Das liegt daran, dass mit steigender Temperatur der Kompressor mehr Energie benötigt, um das Kältemittel zu verdichten, und gleichzeitig die thermodynamischen Verluste zunehmen.

Trotzdem kann der Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau eine energetisch sinnvolle Lösung darstellen, wenn keine oder nur eingeschränkte Dämmung möglich ist.

Die Wahl der Wärmequelle (Luft, Erde, Wasser) beeinflusst ebenfalls die Effizienz. Erdwärme und Wasser sind aufgrund konstanterer Temperaturen oft effizienter, jedoch auch mit höheren Installationskosten verbunden.

Technische Herausforderungen

Die Installation von Hochtemperatur-Wärmepumpen in Altbauten kann mit technischen Herausforderungen verbunden sein. Hierzu zählen:

  • Anpassung an bestehende Heizkörper: Diese sind oft für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt, müssen aber auf Wärmepumpenbetrieb abgestimmt werden.
  • Dimensionierung der Anlage: Für ungedämmte Gebäude ist meist eine größere Wärmepumpe notwendig, da mehr Heizleistung benötigt wird.
  • Integration in bestehende Heizsysteme: Der Betrieb mit hohen Temperaturen erfordert geeignete Regelungstechnik, um Komfort und Effizienz sicherzustellen.
  • Schall- und Platzanforderungen: Größere Kompressoren für Hochtemperaturlösungen benötigen oft mehr Raum und können höhere Betriebsgeräusche verursachen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten in Deutschland

Im Jahr 2026 sind für den Einsatz von Wärmepumpen in Deutschland verschiedene gesetzliche Vorgaben zu beachten. Dazu zählen insbesondere das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Anforderungen an den Jahresprimärenergiebedarf und den Wärmeschutz stellt.

Auch wenn Hochtemperatur-Wärmepumpen ohne zusätzliche Dämmung betrieben werden können, ist eine energetische Sanierung im Sinne des GEG oft vorteilhaft oder erforderlich, um Förderprogramme zu nutzen.

Förderungen durch Bundesprogramme wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es weiterhin, jedoch mit einem zunehmenden Schwerpunkt auf Sanierungsmaßnahmen, die den Energieverbrauch reduzieren.

Eine umfassende Energieberatung vor der Planung der Anlage wird empfohlen, um Fördervoraussetzungen und mögliche Einsparpotenziale zu prüfen.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Bei der Anschaffung und Installation von Hochtemperatur-Wärmepumpen in Altbauten ergeben sich folgende orientierende Kostenbereiche:

  • Basisausführung: Ca. 12.000 bis 18.000 Euro - beinhaltet die Wärmepumpe mit Luft-Wärmequelle und einfacher Heizungsanpassung. Geeignet für kleinere Gebäude mit einfacheren Anforderungen.
  • Standardausführung: Ca. 18.000 bis 25.000 Euro - umfasst meist Erdreich- oder Wasserwärmenutzung sowie eine größere Heizleistung für mittelgroße Altbauten.
  • Komplexe Ausführung: Über 25.000 Euro - beinhaltet erweiterte technische Ausstattung, etwa Hochdruckkompressoren, zusätzliche Wärmetauscher, umfangreiche Heizungsanpassungen und Regelungsanlagen für größere Gebäude.

Zusätzliche Kosten können durch erforderliche bauliche Maßnahmen, wie den Austausch von Heizkörpern oder Steuerungen, anfallen.

Die Kosten variieren stark in Abhängigkeit von Gebäudegröße, Wärmelast, ausgewählter Wärmequelle und regionalen Gegebenheiten.

Fazit

Hochtemperatur-Wärmepumpen stellen im Jahr 2026 eine technische Möglichkeit dar, Altbauten ohne umfassende Dämmung mit höheren Vorlauftemperaturen zu beheizen. Sie sind insbesondere für Gebäude relevant, deren Heizsysteme auf Temperaturen um 70 °C oder höher angewiesen sind.

Die Effizienz ist zwar geringer als bei Niedertemperaturlösungen, jedoch können Hochtemperatur-Wärmepumpen eine praktikable Alternative sein, wenn eine energetische Komplettsanierung nicht realisierbar ist.

Die Nutzung von Hochtemperatur-Wärmepumpen sollte mit Blick auf rechtliche Vorgaben, Fördermöglichkeiten und langfristige Energiekosten sorgfältig geplant werden. Eine fundierte Energieberatung und eine detaillierte Analyse der Gebäudesituation sind dabei wichtige Schritte.

Insgesamt hängt die Eignung von Hochtemperatur-Wärmepumpen für ungedämmte Altbauten in Deutschland wesentlich von den individuellen baulichen Gegebenheiten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.