Festhypothek oder SARON? Der große Vergleich für Eigenheimbesitzer

2026 steht vor der Tür – viele Schweizerinnen und Schweizer fragen sich: Festhypothek oder SARON-Hypothek? In Zeiten schwankender Zinsen wird die Wahl der richtigen Finanzierung fürs Eigenheim immer wichtiger. Unser Vergleich zeigt, worauf Hausbesitzer in der Schweiz achten sollten!

Festhypothek oder SARON? Der große Vergleich für Eigenheimbesitzer

Was unterscheidet Festhypothek und SARON-Hypothek?

Die Festhypothek zeichnet sich durch einen über die gesamte Laufzeit festen Zinssatz aus. Dies bietet Eigenheimbesitzern eine hohe Planungssicherheit, da die monatlichen Belastungen konstant bleiben. Die Laufzeiten können dabei von einem bis zu zehn oder mehr Jahren reichen. Unabhängig von Marktschwankungen wissen Kreditnehmer genau, welche Zinskosten sie über die vereinbarte Periode tragen müssen. Dies schützt vor unerwarteten Zinserhöhungen, bedeutet aber auch, dass sie nicht von sinkenden Zinsen profitieren können.

Die SARON-Hypothek (Swiss Average Rate Overnight) hingegen ist eine Geldmarkthypothek, deren Zinssatz sich an einem Referenzzinssatz orientiert, der sich täglich ändert. Der SARON löste 2022 den LIBOR als Referenzzinssatz ab und bildet den Zinssatz für Übernachtausleihungen zwischen Banken ab. Der effektive Zinssatz für die Kunden setzt sich aus diesem variablen SARON-Basissatz plus einer individuellen Marge der Bank zusammen. Die Zinsanpassung erfolgt üblicherweise alle drei oder sechs Monate. Dieses Modell bietet Flexibilität und das Potenzial, von sinkenden Zinsen zu profitieren, birgt aber auch das Risiko steigender Kosten bei Zinsanstiegen.

Die aktuelle Zinssituation in der Schweiz

Die Zinsentwicklung in der Schweiz wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Inflation und die internationale Wirtschaftslage. In den letzten Jahren hat die SNB auf die Inflation reagiert, was zu einer Erhöhung der Leitzinsen führte. Dies hatte direkte Auswirkungen auf die Hypothekarzinsen, sowohl für Festhypotheken als auch für Geldmarkthypotheken wie die SARON-Hypothek. Die Erwartungen an die zukünftige Zinsentwicklung sind volatil und hängen stark von den globalen und lokalen Wirtschaftsdaten ab. Während Phasen steigender Zinsen können Festhypotheken attraktiv erscheinen, da sie Stabilität bieten. In einem Umfeld mit erwarteten oder realisierten Zinssenkungen könnte die SARON-Hypothek vorteilhafter sein.

Die SNB kommuniziert regelmässig ihre geldpolitischen Entscheidungen, welche die kurzfristigen Zinsen und somit auch den SARON-Basissatz direkt beeinflussen. Langfristige Zinsen, die für Festhypotheken relevant sind, werden zusätzlich durch die Erwartungen an die Inflation und das Wirtschaftswachstum über die gesamte Laufzeit geprägt. Es ist wichtig, die Nachrichten der SNB und die allgemeinen Wirtschaftsprognosen zu verfolgen, um ein Gefühl für die mögliche Zinsentwicklung zu bekommen.

Vor- und Nachteile beider Hypothekarmodelle im Überblick

Die Festhypothek punktet mit maximaler Budgetkontrolle. Die fixen Raten erleichtern die Finanzplanung über Jahre hinweg und schützen vor unliebsamen Überraschungen durch Zinsanstiege. Diesen Vorteilen steht die mangelnde Flexibilität gegenüber: Bei sinkenden Marktzinsen kann nicht davon profitiert werden, und eine vorzeitige Auflösung ist oft mit hohen Kosten (Vorfälligkeitsentschädigung) verbunden. Sie eignet sich für Kreditnehmer, die Sicherheit über Flexibilität stellen.

Die SARON-Hypothek bietet den Vorteil, von fallenden Zinsen profitieren zu können. Die Zinskosten passen sich dynamisch an die Marktgegebenheiten an, was potenziell zu niedrigeren Belastungen führen kann. Zudem ist sie in der Regel flexibler kündbar, oft mit kürzeren Fristen als Festhypotheken. Der Hauptnachteil ist die Unsicherheit: Steigen die Zinsen unerwartet, können sich die monatlichen Kosten erheblich erhöhen. Dies erfordert eine höhere Risikobereitschaft und die Fähigkeit, mögliche höhere Raten tragen zu können.

Welches Hypothekarmodell passt zu welchem Profil?

Die Entscheidung zwischen einer Festhypothek und einer SARON-Hypothek hängt stark von der individuellen finanziellen Situation, der Risikobereitschaft und den Zukunftsplänen ab. Eine Festhypothek ist ideal für Personen oder Familien, die Wert auf maximale Planungssicherheit legen und ein stabiles Budget benötigen. Dies betrifft oft Erstkäufer, Familien mit festem Einkommen oder Personen, die kurz vor der Pensionierung stehen und keine Zinsschwankungen riskieren möchten. Sie bevorzugen kalkulierbare Kosten und sind bereit, dafür auf potenzielle Zinsvorteile zu verzichten.

Die SARON-Hypothek eignet sich hingegen für Kreditnehmer, die eine höhere Risikobereitschaft besitzen und von potenziell sinkenden Zinsen profitieren möchten. Dies können Personen mit einem stabilen Einkommen sein, die über finanzielle Reserven verfügen, um mögliche Zinsanstiege abzufedern. Auch für jene, die eine kurz- bis mittelfristige Immobilienstrategie verfolgen oder eine hohe Flexibilität wünschen, kann die SARON-Hypothek eine gute Option sein. Sie setzen auf die Möglichkeit, bei günstigen Marktbedingungen weniger Zinsen zu zahlen.

Tipps für die Hypothekenwahl bei Schweizer Banken

Die Wahl der passenden Hypothek erfordert eine sorgfältige Abwägung und den Vergleich verschiedener Angebote. Es ist ratsam, frühzeitig mit verschiedenen Schweizer Banken und unabhängigen Hypothekenberatern in Kontakt zu treten. Diese können individuelle Offerten unterbreiten und auf spezifische Bedürfnisse eingehen. Achten Sie nicht nur auf den nominalen Zinssatz, sondern auch auf die Konditionen, wie Kündigungsfristen, Möglichkeiten zur Amortisation und eventuelle Gebühren. Eine detaillierte Analyse der persönlichen finanziellen Situation, einschliesslich Einkommen, Ausgaben und vorhandener Eigenmittel, ist unerlässlich, um die Tragbarkeit der Hypothek langfristig sicherzustellen.

Es kann auch sinnvoll sein, die Hypothek in Tranchen aufzuteilen (Tranchenmodell). Dabei werden verschiedene Teile der Hypothek mit unterschiedlichen Laufzeiten und/oder Modellen abgeschlossen. So könnte ein Teil als Festhypothek und ein anderer als SARON-Hypothek gestaltet werden, um die Vorteile beider Modelle zu kombinieren und das Risiko zu streuen. Diese Strategie bietet eine erhöhte Flexibilität und kann helfen, das Zinsrisiko zu optimieren.


Produkt/Service Anbieter Kosten-Einschätzung
Festhypothek UBS Fester Zinssatz über die Laufzeit, z.B. 1.5% - 3.0%
SARON-Hypothek Credit Suisse (UBS) SARON-Basissatz + Marge (z.B. SARON + 0.8% - 1.2%)
Festhypothek Raiffeisen Fester Zinssatz, je nach Laufzeit und Bonität
SARON-Hypothek Zürcher Kantonalbank SARON-Basissatz + individuelle Marge

Prices, rates, or cost estimates mentioned in this article are based on the latest available information but may change over time. Independent research is advised before making financial decisions.


Die Entscheidung zwischen einer Festhypothek und einer SARON-Hypothek ist eine individuelle Abwägung von Sicherheit, Flexibilität und Risikobereitschaft. Während die Festhypothek mit kalkulierbaren Kosten und Schutz vor Zinsanstiegen punktet, bietet die SARON-Hypothek das Potenzial, von sinkenden Zinsen zu profitieren, verbunden mit einer höheren Flexibilität. Eine sorgfältige Analyse der persönlichen finanziellen Situation, eine realistische Einschätzung der eigenen Risikotoleranz und ein umfassender Vergleich der Angebote verschiedener Schweizer Banken sind entscheidend, um die optimale Hypothekenlösung für das Eigenheim zu finden. Es gibt keine pauschal richtige Antwort, sondern die beste Wahl hängt immer von den individuellen Umständen ab.